Was im Jahre 1983 im kleinen Kreis begann, hat sich mittlerweile zu einem überregionalen Großereignis mit etwa 500 Teilnehmern entwickelt und ist aus vielen Familienkalendern aus Nah und Fern nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist vom mittlerweile traditionellen „Vater-Kind-Zelten“ in Hauenstein, dessen 27. Auflage in diesem Jahr vom 3. bis 5. Juni bei herrlichem Wetter stattfand.    

Und auch dieses Mal kamen 320 Kinder und 180 Väter zu diesem Gemeinschaftserlebnis. Organisiert wird diese Veranstaltung seit Anbeginn von der Kolpingfamilie, die seit einigen Jahren vom Förderverein „Kindertagesstätte Dörfelnest“ unterstützt wird. Bereits im Vorfeld waren auch heuer vier intensive Vortreffen erforderlich, um in dieser Größenordnung entsprechend vorbereitet zu sein und auch zum Aufbau ab Mittwochnachmittag war eine große Helferschar erforderlich. Als „harter Kern“ ist hier Walter Busch (für Feuerwerk zuständig), Bernd Isselhard (Anmeldungen und Schriftverkehr), Pfarrer Thomas Jakubowski (Programmablauf und Bindeglied als Vorstand des Fördervereins „Dörfelnest“), Alexander Kuhn, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates in St. Laurentius (Logistik), und Hermann Sturm (Feinabstimmung, Anlaufstelle und Bindeglied als Vorstand der Kolpingfamilie) zu nennen. „Unser Hauptmotiv für diese Veranstaltung ist die Pflege der Familie als solche und die Möglichkeit der Väter, mit ihren Kindern ein gemeinsames Erlebnis zu haben, das nicht alltäglich ist“, stellte Alexander Kuhn dabei in den Vordergrund. „Es ist ein schönes zwangloses Zusammenkommen, auf das sich die Teilnehmer immer freuen“, ergänzt er. Und Hermann Sturm fügte hinzu „Wir legen aber auch großen Wert auf Familienpreise, deshalb geht es bei uns dabei nicht nach ‘Köpfen’ sondern nach der Anzahl der Väter“. Nachdem das Zeltlager im vergangenen Jahr unter dem Motto „Ja so warns die olden Riddersleit: Ritterspiele, Ritterburger und eine Ritterplatte“ stand, entschloss sich das Vorbereitungsteam, in diesem Jahr auf den Spuren der Cowboys, Indianer und Kolpingern zu wandeln und das Ganze mit Westernspielen und kulinarischen Westerngenüssen abzurunden. Letzteres war bei dieser Teilnehmerzahl nicht gerade einfach, denn es brachte einen enormen Verbrauch an Essen mit sich; in Zahlen ausgedrückt beispielsweise 5000 Brötchen, 120 Liter Milch, 900 Hamburger und 82 Kilo Nudeln, was in einem großen SG 50 Zelt verarbeitet wurde. „Doch die Bereitschaft aller Väter zur Mithilfe war hervorragend, so dass es weder bei der Essenszubereitung noch bei der Ausgabe größere Probleme gab“, berichtete Alexander Kuhn, der für diese reibungslose Organisation verantwortlich zeichnete und von Hermann Sturm auch die „Seele des Zeltlagers“ bezeichnet wurde. Mit Begeisterung stürzten sich die Kinder und die Väter nicht nur auf die Westernspezialitäten, wie beispielsweise „Westernburger“, „Feuertopf“ und „Grilled Chicken“, sondern waren auch bei allen anderen Aktivitäten ganz bei der Sache, sei es beim „Duell der Papas“ mit „Bullen-Reiten“, Bogenschießen und Seilheben mit dem Ziel zum „Superpapa“ gewählt zu werden. Mit großem Eifer war man auch bei der Lager-Olympiade, bei der 15 Mannschaften mit je 10 Kindern teilgenommen hatten. Auch ein Fußballturnier an allen drei Tagen durfte nicht fehlen, bei dem sich so manches Fußballtalent abzeichnete. Eine Großaktion war ein Besuch im Hauensteinschen Schwimmbad; sowohl für die Betreiber der Einrichtung als auch für die große Anzahl der Schwimmerinnen und Schwimmer, die sich dabei richtig austoben konnten. Den abschließenden Höhepunkt des Vater-Kind-Zeltens am Samstagabend bildete ein halbstündiges Brillantfeuerwerk, ein Spektakel, das seinesgleichen sucht und unter anderem mit 500 Raketen in der Minute die Nacht zum Tag verwandelte. Bei einem ökumenischen „Lager-Gottesdienst“, zelebriert von Pfarrer Thomas Jakubowski und Pastoralreferent Heinrich Schmith, in dessen Mittelpunkt eine moderne Version des Gleichnisses vom „verlorenen Sohn“ stand, hatten Kinder und Väter Gelegenheit, für diese dreitägige religionsübergreifende und harmonisch verlaufende Großveranstaltung zu danken, die nach dem Gottesdienst am Sonntagvormittag zu Ende ging.