Anlässlich ihres Februar-Treffs trafen sich die Kolping-Senioren mit dem Schifferstadter Krimi-Autor Harald Schneider. Kolpingbruder Harald gab zunächst einen kurzen Abriss über seinen Lebensweg, der ihn, auch in jungen Jahren zur hiesigen Kolpingsfamilie führte. Er erinnert sich noch gerne an die Zeit mit der Doser-Gruppe, die sich regelmäßig im Kolping-Keller unter dem Kindergarten Herz-Jesu traf. 

Die Räumlichkeiten wurden damals in Eigenregie unter kräftiger, finanzieller Unterstützung durch den Verein hergerichtet. Sie dienten fortan zur Unterhaltung mit Gleichgesinnten, zum Basteln und Werken, aber auch zum Feiern. Durch seine Berufsausbildung, sein Studium und erst Recht durch den Wegzug von Schifferstadt ist der Kontakt zu den damaligen Freunden etwas zu kurz gekommen. Nachdem er vor wenigen Jahren in seine alte Heimat zurückgefunden hat, will er sich auch hier wieder engagieren. Warum wurde Harald Schneider ausgerechnet Kriminal-Schriftsteller? Nach seinen Ausführungen hat er sich bereits anfangs seiner Schulzeit - kaum richtig lesen gelernt-schon für Detektiv-Geschichten interessiert. In der Bücherei fand er die entsprechende Literatur. Er träumte schon damals davon, eigene Geschichten zu erfinden und nieder zu schreiben. Bis zu seinem Studium schlummerte dieser Traum in ihm. Zur Finanzierung seiner Ausbildung fing er an, Kurz- Krimis, besonders für Kinder und Jugendliche zu verfassen. Mit der Zeit entstanden so die vier Bände mit den Abenteuern „Die Meisterschnüffler“ und drei Serien über „Die wilden Vier“, aber auch viele Kurzkrimis. So kam es, wie es kommen mußte, die Detektiv- Arbeit ließ ihn nicht mehr los. Dazu wurden die kriminellen Geschichten immer umfangreicher und mündeten in richtigen Krimi- Romanen. Die Handlungen spielten sich bisher in der Rhein- Neckar- Region ab, in der sich Harald Schneider besonders gut auskennt. Seine Hauptfigur ist dabei der Ermittler Kommissar Reiner Palzki, der später gar zum Kriminalhauptkommissar befördert wird. Auch die weiteren Akteure, die er in einem Personalglossar seines ersten Romans vorstellt, stammen überwiegend aus seiner persönlichen Umgebung. Dabei werden die meist skurrilen Figuren leicht überzeichnet, in witziger Sprache und ironischer Würze dargestellt. Sein erster Roman „Ernteopfer“ ist im Jahre 2008 erschienen. Hierbei handelt es sich um den Mord an einem Erntehelfer. Die Handlung spielt sich dabei in der nördlichen Gemarkung von Schifferstadt unmittelbar hinter dem Bahndamm in Höhe des Bahnweihers ab. Bei der zweiten Geschichte unter dem Titel „Schwarzkittel“, im Februar 2009 veröffentlicht, führt Palzki zur Pferderennbahn in Haßloch. Dort findet er die Leiche eines Kinderarztes an einem Baum hängend mit dem Schild um den Hals „Auf ‘s falsche Pferd gesetzt.“ Im gleichen Jahr kommt dann noch der dritte Band „Erfindergeist“ in die Regalen der Büchereien. Der schrullige Ermittler hat hier den Tod des Gärtners vom Holiday-Park in Haßloch aufzuklären, der auf der Achterbahn leblos entdeckt wurde. Als „Deutschlands erster Parkschreiber“ konnte Harald Schneider einige Monate vor Ort recherchieren. In den nächsten Tagen erscheint sein neuester Krimi unter dem Titel „Wassergeld“. Nachdem bei Altrip durch eine Explosion ein Deich gesprengt und der angrenzende Campingplatz überflutet wurde, sorgte ein Erpresserbrief mit einer Millionen-Forderung für eine hektische Aktivität. Dazu trägt erst recht der Fund eines toten Schiffsführers im Kaiserwörthhafen in Ludwigshafen bei. Zum Abschluss seiner Ausführungen trug Kolpingbruder Harald noch markante Artikel aus seinen bereits veröffentlichten Romanen und aus dem Manuskript seines vierten Bandes vor. Dabei ging er auf den meisten Teilnehmern bekannten, lokalen Begebenheiten ein. Im Zuge der anschließenden Unterhaltung erfuhr er auch, was sich so in den 40-er und 50-er Jahren in und um den Bahnweiher abspielte, in dem er später das Schwimmen lernte. Unter dem Applaus der interessierten Zuhörer bedankte sich Walter Hoock mit einem kleinen Präsent. Vor dem Vortrag hatte aufgrund der schlechten Witterung nur eine kleine Gruppe eine Wanderung unternommen. Wegen des leichten Nieselregens und der kaum passierbaren Waldwegen drehte man eine Runde durch das Industriegebiet Süd.