Bei ihrem November-Treff besuchten die Senioren der Kolpingsfamilie den Verlag und die Druckerei des „Pilgers“ in Speyer, der Kirchenzeitung für das Bistum Speyer. Die Gruppe wurde vom Geschäftsführer und Chefredakteur freundlich begrüßt und bei ihrem Rundgang durch den Betrieb begleitet. Vom Auftrag des Kunden bis zur Fertigung des Schriftsatzes erfuhr man viel Interessantes. Mit modernster Technik der Datenübertragung können die Druckvorlagen auch an andere Druckereien weitergeleitet bzw. von anderen Auftraggebern empfangen werden.

So auch mit dem Wochenblatt „Der Pilger“, der außerhalb des Hauses gedruckt wird. Nach dem informativen Rundgang traf man sich in der Werkskantine wieder. Hier ging der Chefredakteur auf die geschichtliche Entwicklung der Kirchenzeitung ein. Der 1848 erstmals erschienene „Christliche Pilger“ ist die älteste Kirchenzeitung Deutschlands. Sie kam zwei Jahre vor dem bekannten „Osservatore romano“, dem Nachrichtenblatt des Papstes, in Umlauf. Herausgeber war damals Bischof Nikolaus von Weiss auf Initiative und Betreiben des Pfarrers Ketteler, dem späteren Bischof. Das kirchliche Organ sollte damals ein Bindeglied zwischen Klerus und Kirchenvolk sein. Es war auch wichtig, die Gläubigen des weit größeren Bistums zusammenzuführen, denn Teile Badens, des Elsass und Saarlands gehörten zu Speyer.

Damals wie heute ist auch die politische Meinung aus christlicher Sicht von Bedeutung. Hier insbesondere der Einsatz für soziale Gerechtigkeit und die Unterstützung der Dritten Welt. In den letzten Jahren fließen jährlich 700.000 bis 800.000 Euro an Spendengeldern über den Pilger an Missions- und Hilfs-Projekte auf der ganzen Welt. Für diese Spenden-Bereitschaft sind die Herausgeber sehr dankbar. Auch gegenüber den politisch Herrschenden bezog man klar Stellung, was im Elsass 1871 zu einem Vertriebsverbot führte. Sofort nach Kriegsende machte man sich wieder ans Werk. Damals betrug die Auflage 75.000 Exemplare. Im Zuge der Entchristlichung und der damit verbundenen Entfremdung zur Kirche werden heute nur noch 25.000 „Pilger“ gedruckt und versandt. Herausgeber ist wie zu Beginn der jeweilige Diözesan-Bischof. Er verfügt deshalb über die Richtlinien-Kompetenz, die sehr selten in Anspruch genommen wird. Die Quellen der Zeitung sind die Kath. Nachrichten-Agentur, die Bischöfliche Pressestelle, Radio Vatikan, das Internet, der Evangelische Pressedienst und nicht zuletzt die örtlichen Mitarbeiter.