Einen Rückblick über die Geschichte der „Kolping-Kicker“ von Bernd Doser

Mit dem Zusammentrommeln einer Mannschaft und ersten Freundschaftsspielen fing es an: Werner Reeb, Siegfried Seufert, Gerhard Mayer scharten Ende der 60 Jahre junge Kolpingspieler wie Karl Maurer, Karl Teutsch, Bernd Doser um sich und besorgten den ersten Satz Trikots. Gegen eingespielte Kolpingmanschaften wie Hettenleidelheim und Grünstadt wurde zwar Lehrgeld gezahlt, die Fußballelf unserer Kolpingsfamilie war indes ins Leben gerufen.

Fußballer sind ja bekanntlich mit Faszination und Leidenschaft am Ball und können ihre Erfolge gleichermaßen ausgiebig feiern, manchmal feiern sie auch in Niederlagen. So bilden Sport und Geselligkeit den Rahmen für unsere Fußball begeisterten Mitglieder bis zum heutigen Tag.

In den Folgejahren etablierte sich die Fußballelf immer stärker und ließ unsere Kolpingsfamilie über die Diözesangrenze hinaus bei Meisterschaften im ganzen Bundesgebiet bekannt werden. Bereits in die Anfangszeit fiel der Startschuss des mittlerweile in Schifferstadt traditionellen FSV 13/23 - Vereinsturniers, das der denkwürdige Funktionär der Blau-Weißen Hans Englert 1972 gründete. Unsere Kolpingelf nahm seither ununterbrochen daran teil, feierte 7?? Turniersiege und gilt damit immer noch als Rekordsieger. Viele weitere Platzierungen unter den ersten Vier (insges. 18??) bewiesen Kontinuität in Spielstärke und Teamgeist. Eine Begebenheit am Rande mit Bernd Doser hat die Kolpingsfamilie den einzigen Spieler in ihren Reihen, der von Anfang an ohne Unterbrechung auf dem Feld mitwirkt.

Auf Diözesanebene waren stets Meistertitel erforderlich um die begehrte Teilnahme an der Deutschen Kolping-Fussballmeisterschaft zu erreichen. Dabei gab es insbesondere gegen die Kolpingsfamilie Dirmstein (80er Jahre) und Landstuhl (90er Jahre) harte Widersacher. Viele spannende Spiele und Siege über die Diözesanmeister aus Trier, Mainz Limburg und Fulda brachten erst die endgültige Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.

Insgesamt 19-mal nahmen unsere Fußballer an Spielen auf Bundesebene teil, erstmals 1980 in Herbern (Diözesanverband Münster). Es folgten Reisen in verschiedene Landesteile, vom Emsland bis nach Bayern.

Unvergessen dabei natürlich die Erringung der Deutschen Kolping-Meistertitel 1984, 1988,1991, 2001 und 2002 bei den Herren, 1995, 1996, 1998, 2002 und 2003 bei der Jugend. Besonderer Höhepunkt waren die Meistertitel der Herren 1991 und 2001, als unsere Kolpingsfamilie ebenfalls Ausrichter der Spiele anlässlich ihres 90/100jährigen Vereinsjubiläums war. Doch diese Leistung konnte 2002 noch getoppt werden als erstmals Herren und Jugend gemeinsam die Deutsche Meisterschaft errangen.

Bei allem sportlichen Ehrgeiz standen aber nicht nur Pokale und Titelgewinne im Vordergrund. Die vielbesagte Geselligkeit wurde stets gepflegt, u.a. auch mit Städtereisen nach Prag. Dort trugen unsere Spieler auch international das Kolpingtrikot. Spiele gegen einen Prager Fußballverein 1979 und 1981 waren aufgrund der damaligen politischen Situation sogar brisant, weil inoffiziell. Deutliche Niederlagen für die Kolpingelf hatten aber keinen Einfluss auf zwischenmenschliche Begegnungen und freundschaftliche Kontakte die sich daraus ergaben. Damals wurden politische Verhältnisse durch vorurteilsfreie Begegnung, Sympathie und sportlichem Fairplay auf unterster Ebene einfach ausgehebelt.

Ein uriges Domizil zum Feiern fanden die Kolpingfußballer immer in der „Scheier“ von Lore und Bernd Doser. Mittlerweile haben „Generationen“ dort ihr Bier getrunken, getanzt und ihre Lieder zum Besten gegeben. Neuerdings stehen auch Kochkurse der „Thailändischen Küche“ auf dem geselligen „Speiseplan“ der Fußballer, ebenso das beliebte „Kick For Fun“ am Jahresanfang, bei dem alle Spieler, Fans, Kids und Großeltern zum Mit kicken in die Sporthalle eingeladen sind.

Eine ausgeprägte Verbundenheit besteht mit dem Sportverein DJK SV „Phönix“ Schifferstadt aufgrund der gemeinsamen Wurzeln. Die Gründung beider Vereine führt auf die Basis christlicher Arbeit mit jungen Menschen zurück. Waren schon Kolpingmitglieder bei der Bildung einer Sportabteilung initiativ, aus der später die DJK hervorging, so sind es heute noch viele, die beiden Vereinen als Mitglieder angehören. Nicht verwunderlich also, dass sich die Kolpingfußballer hauptsächlich aus dem SV „Phönix“ rekrutieren, in den letzten Jahren insbesondere aus dem großen Talentschuppen der Jugendabteilung.

In den 70er und 80er Jahren fanden auch viele Jugendfußballer des FSV 13/23 den Weg in die Gruppenstunden der Kolpingjugend und später auch in die Kolpingelf. Zu Zeiten der großen Vereinsrivalität zwischen den beiden örtlichen Fußballclubs war es anfangs keinesfalls selbstverständlich, gemeinsam das Kolpingtrikot zu tragen. So ist es auch mit dem Verdienst der Kolpingfußballer, das sich beiderseits Barrieren abgebaut haben, in der Kolpingelf selbst ist man längst zur Gemeinschaft zusammengewachsen. Meisterehren und Titel, Sportkleidung und Mannschaftskasse, Feiern und Gemeinschaftsgeist sind aber keine Selbstgänger. Hinter den Kulissen steht das „TEAM 2001“ im Jahr 1997 gebildet, um den Spielbetrieb und die Geselligkeit zu organisieren und zu fördern. Die Fußball-Abteilung in der Kolpingsfamilie ist über die Jahre so umfangreich geworden, dass der Spaß und die Arbeit rund um den Ball nur gemeinsam von engagierten Mitgliedern geleistet werden kann.